5-Agrarforum 2016 - Dülmen / Babarahaus

„Feuer austreten, wenn sie noch klein sind“  ©Dirk Spanderen

Voll besetztes Haus beim „AgrarForum“ der Volksbanken im Kreis Coesfeld, des WLV-Kreisverbandes Coesfeld und der Landwirt-schaftskammer NRW im St. Barbara Haus in Dülmen beim Vortrag von Rolf Brauch über „Turbo im Betrieb – Kolbenfresser in der Familie“Dülmen/Kreis Coesfeld. Immer mehr, immer größer, immer zeitauf-wändiger: Unter diesem wirtschaftlichen Zwang sehen sich auch viele Landwirte im Kreis Coesfeld. Antworten und Lösungsvorschläge von kompetenter Stelle dazu gab es bei der diesjährigen Auflage des AgrarForums der Volksbanken

im Kreis Coesfeld. „Turbo im Betrieb – Kolbenfresser in der Familie“: Unter dieser Überschrift nahm Diplom-Agraringenieur Rolf Brauch im proppevollen Saal vom St. Barbara Haus in Dülmen ebenso kompetent wie kurzweilig Stellung.

„Wird der Betrieb mit seinen Anforderungen und Abläufen zum Hams-terrad und zur Belastung in der Familie, so kann dies mürbe machen“, verdeutlichte Michael Uckelmann, Vorsitzender des WLV-Kreisverbandes Coesfeld in seiner Begrüßung. „Das geht in den viel-fach familiär organisierten Betrieben sehr häufig nicht ohne ihre mithel-fenden Eltern und Kinder“, ergänzte Dirk Spanderen, Sprecher der Volksbanken im Kreis Coesfeld.

 

Ein „Kochrezept“ hatte der Referent, im Hauptberuf Berater und Seel-sorger in der Evangelischen Landeskirche Baden, nicht anzubieten. „Tun Sie das, was für Sie recht ist“, gab Brauch den Zuhörerinnen und Zuhörern im Saal mit auf den Weg. Seien Sie „ehrlich mit sich selber“.

Für einen landwirtschaftlichen Betrieb nötig seien auf der einen Seite „klare ökonomische Ziele“ und auf der anderen Seite „Klarheit im Be-reich der Qualität des Lebens.“, „Was ist für Dich richtig und wichtig“, sprach der Referent, gespeist aus seiner Erfahrung in 30-jähriger Be-ratung und Seelsorge für landwirtschaftliche Familien jeden im Saal di-rekt an. Für Brauch in der Paarbeziehung ganz besonders wichtig: „Wir müssen Feuer austreten, wenn sie noch klein sind.“

bei sei die Größe des Betriebs nicht das entscheidende Kriterium. Vor dem Wachsen sei der Blick auf das Kostenmanagement und die Kosteneffizienz zu richten. Wer klein sei, aber besondere Produkte er-zeuge, könne auch ökonomisch erfolgreich sein. Die Gefahr des Grö-ßenwahns: Der Turbo in den landwirtschaftlichen Produktionsprozes-sen führe zur Verarmung der Gespräche mit den Partnern und Nach-barn und damit zur Entfremdung, die wie ein Kolbenfresser zum Aus führen könne, verdeutlichte Brauch. „Die Familie als Kraftquelle braucht Beziehungspflege“, betonte der Experte. „Mehr gemeinsam geht besser“ und sei ein unverzichtbarer Stabilisator für die Ehe. Diese „Humusbildung“ schließe auch die Nachbarn mit ein und ist Grundlage für den ökonomischen Erfolg. „Überlegen Sie, was Ihr Weg ist“, gab Rolf Brauch den Teilnehmern des AgrarForums mit auf die Heimfahrt. 

 

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Davor standen zunächst der musikalische Ausklang vom Chor „Charisma“ der Musikschule Dülmen unter der Leitung von Verena Voß sowie der gemeinsame Imbiss 


 

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