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Verleihung der Förderpreise des Fördervereins für Landwirtschaft, Gartenbau und Forstwirtschaft des Kreises Coesfeld

Die 7. Förderpreisverleihung erfolgte im Anschluss an die Lossprechungsfeier 2021 im Haus Waldfrieden. Die Fördergelder werden an besondere Nachwuchskräfte und Personen, die sich um die Landwirtschaft, den Gartenbau oder die Forstwirtschaft verdient gemacht haben, vergeben.
Die Sparkasse Westmünsterland stellt zusammen mit den landwirtschaftlichen, gartenbaulichen und frostwirtschaftlichen Vereinigungen einen angesparten Fundus zur Verfügung, aus dem alle 2 Jahre Förderpreise verliehen werden.
Hierfür gebührt den ehrenamtlichen Funktionsträgern der Vereinigungen, die auf einen Teil ihrer Aufwandentschädigungen verzichten, Anerkennung und Respekt.

Die Förderpreise des Jahres 2021 verlieh Herr Frank Schulze-Vasthoff von der Sparkasse Westmünsterland mit einer kurzen Laudatio in diesem Jahr an an 6 Preisträger.

Preisverleihung der Sparkasse 2

  

 

 

 

 

 

 

 

 

So ehrten Herr Schulze-Vasthoff und Herr Markus Segbert die Jahrgangsbesten im Ausbildungsberuf Landwirt aus dem Jahr 2020 und 2021 Steffen Einhaus aus Dorsten und Jens Sanderink aus Nordwalde. Beide Absolventen leisteten ein Ausbildungsjahr auf Coesfelder Ausbildungsbetrieben ab.
Zudem wurden 4 landwirtschaftliche Betriebe für ihre ausgefallenen Betriebszweige mit dem Förderpreis ausgezeichnet: Maria, Jan-Bernd und Hendrik Edelbusch aus Lüdinghausen, Petra und Thomas Schulze-Westerhoff aus Havixbeck, Elisabeth und Thomas Mehring aus Coesfeld und Felix Wierling aus Senden-Ottmarsbocholt.

Als Ehrengäste gratulierten den Preisträgern Kreislandwirt COE Georg Silkenbömer, Kreisverbandsvorsitzender (WLV COE) Michael Uckelmann, Kreislandfrauen WLLV COE Sabine Nolte, Vorsitzender des VFTT Herr Schild-Budde und Kreisgeschäftsführerin KST COE Marianne Lammers

Laudatio zur 7. Förderpreisverleihung 2020/2021
im Gasthof Waldfrieden Dülmen-Merfeld, Börnste 20

Die Sparkasse Westmünsterland vergibt gemeinsam mit den landwirtschaftlichen Vereinen diesmal insgesamt 6 Förderpreise, wobei wie üblich 2 Preise an den landwirtschaftlichen Nachwuchs gehen. Hierzu berücksichtigen wir die Berufsabschlüsse der Schülerinnen und Schüler, die entweder aus dem Kreis Coesfeld stammen oder auf einem Betrieb im Kreis Coesfeld ausgebildet wurden oder auf die Berufsschule Lüdinghausen gegangen sind.

1. Herr Steffen Einhaus aus Dorsten

Herr Einhaus hat nach 2-jähriger Ausbildung die Abschlussprüfung 2020 zum Landwirt mit der Traumnote 1,09 bestanden. Im Alter von 21 Jahren begeistert sich Herr Einhaus für die Landwirtschaft, ist wissbegierig und lernbereit.
Mit seiner erworbenen Fachhochschulreife hat er -direkt anschließend an die Berufsausbildung zum Landwirt- ein landwirtschaftliches Studium an der Fachhochschule Osnabrück aufgenommen und dort schon zwei Semester absolviert.
Letzte Woche beendete er sein Praktikum in Bremerförde auf einem überregional sehr anerkannten Milchkuhbetrieb.
Für die Zukunft hat Herr Einhaus weitere Praktika in Übersee und in Ostdeutschland auf großen Milchkuhbetrieben geplant.
Seine Ausbildungsbetriebe Frank Große Verspohl in Havixbeck und Familie Gesing in Heiden schätzen an ihm seine menschliche, hilfsbereite und soziale Ader sowie sein pädagogisches Geschick beim Vermitteln von Fachwissen an Kinder.
Wir freuen uns, sein Engagement und seine Leistung mit dem Förderpreis anzuerkennen.

Herr Sanderink besticht ebenso mit einer exzellenten Abschlussnote von 1,18. Er schloß seine Berufsausbildung in 2021 ab.Seine landwirtschaftlichen Ausbildungsbetriebe waren Phillip Beckhove in Senden und Familie Roß in Hörstel.
Er stammt von einem Hof mit Schweine- und Hähnchenmast und strebt die Übernahme des elterlichen Betriebes an. Mut und Spaß an Auslandaufenthalten bekam er während der Abiturzeit durch den Erasmus-Austausch des Berufskollegs in Steinfurt. Damals knüpfte er schon Kontakte zu 2 dänischen Landwirtschaftsbetrieben, auf denen er schon fünf Praktikumszeiten absolviert hat.
Zurzeit befindet sich Herr Sanderink in einem Praktikum als Erntehelfer und geht demnächst zu weiteren Praktika nach Dänemark.
Auch Herr Sanderink brennt für die heimische Landwirtschaft und wir freuen uns,
seine außergewöhnlich guten Leistungen mit dem Förderpreis zu würdigen.

In 2021 werden in der Kategorie Innovation, Kultur, Soziales folgende Preisträger geehrt:

3. Jan-Bernd u. Hendrik Edelbusch aus Lüdinghausen

Zunächst stiegen Vater und Sohn Edelbusch schon 2019 als Pioniere in das „Urban Gardening“; sprich „städtische Gärtnern“ ein und konnten diese Geschäftsidee trotz Corona-Pandemie Jahr für Jahr ausbauen. Dies zeugt auch von der Bindungskraft und Akzeptanz des Angebotes durch Familie Edelbusch. So stiegen die Gartenverträge für den Anbau von Gemüse für Privatleute von zunächst 16 Mietern auf heute 38 Mieter in 2021 an. Aus Maisäckern werden Gemüsebeete für Jedermann!
Gleichzeitig waren die Eheleute Maria und Jan-Bernd und ihr Sohn Hendrik Edelbusch auch Pioniere in der Freiland-Hühnerhaltung,- zuerst im Bauwagenprinzip, heute mit modernem Hühnermobil.
Zusätzlich entstand vor Ort ein Bauernmarkt und Hofladen mit regionalen Produkten, den Maria Edelbusch nach vornetrieb. Der jährliche Hoftag musste Corona-bedingt leider ausfallen.
Übrigens ist Vater Jan-Bernd Edelbusch, mit Spitznamen Jumbo, ein aktiver Plattdeutsch-Sprecher, er spielt schon lange im plattdeutschen Theater mit und hält die Fan-Gemeinde der Plattdeutschen Mundart damit ein Stück zusammen.
Über die Internet-Seite des Hofes oder einen Hofbesuch kann Jede/r in das Urban Gardening einsteigen und vor Ort regionale Spezialitäten einkaufen.
Mittlerweile ist auf diese Weise die gesamte Familie in die vielfältigen Aufgaben rund um die Mietgärten eingebunden und mit Begeisterung aktiv.

4. Petra und Thomas Schulze-Westerhoff aus Havixbeck

Die Eheleute Petra und Thomas Schulze Westerhoff widmen sich neben ihrem Sauenbetrieb dem Anbau und der Verwertung alter Getreidesorten wie Dinkel und Emmer, den Ursprungsarten unseres heutigen Weizens. Zusätzlich bauen sie den sogenannten Norddeutschen Champagnerroggen an. Dieser Roggen dient nicht der Champagner-Herstellung, nein, er stammt aus der franz. Champagne und gilt als robust und Delikatesse bei seiner weiteren Verarbeitung.
Insofern haben sich die Schulze Westerhoffs eine kleine Nische geschaffen, um Münsterländer Urstoffe zu erzeugen. Hierzu kreieren sie verschiedene raffinierte Spezial-Brotbackmischungen. Auch Mehle in verschiedenen Mahlgraden werden vor Ort produziert und von Hand in kleinen Partien abgefüllt. Das Getreide-Angebot für ihre Kunden sind somit spezielle Kleingebinde für Kleinbrauereien und verschiedene Mehle und Backmischungen für regionale Bäckereien, aber auch Zulieferung für andere Direktvermarkter wie Milchtankstellen, Hofläden und Hofcafes in unserer Region.
Zudem engagieren sich Schulze Westerhoffs seit rund 10 Jahren als Herdbuchzuchtbetrieb in der Erhaltung der vom Aussterben bedrohten Nutztierrasse "Buntes Bentheimer Schwein". In Weidehaltung werden die auf dem Hof geborenen Bentheimer für zwei spezielle Fleischereien großgezogen, die das fettere aber dafür schmackhaftere Fleisch an Liebhaber direktvermarkten.

Zur Steigerung der Biodiversität haben sie sich auf eine vielfältige, fünfgliedrige Fruchtfolge spezialisiert und legen zudem viele Blühstreifen an.

Alle Aktivitäten sind auf der Internetseite des Hofes wiederzufinden.

5. Elisabeth und Thomas Mehring aus Coesfeld-Harle

Der Förderpreis geht an Ehepaar Mehring für ihr Mietgartenprojekt, mit dem sie in diesem Jahr gestartet sind, um ein weiteres Standbein für ihren landwirtschaftlichen Betrieb aufzubauen. Familie Mehring zeigt, dass die Landwirtschaft zu Veränderungen bereit ist.
Insbesondere jungen Familien mit kleinen Kindern, Kindergärten oder anderen Institutionen und auch allen Bürgerinnen und Bürgern bieten Elisabeth und Thomas Mehring kleine Gartenparzellen für den eigenen Gemüseanbau in Coesfeld-Harle an. So findet jede Generation das Passende für sich oder schließt sich mit anderen zusammen. Viele Parzellen werden von mehreren Familien bewirtschaftet, so dass auch im Urlaub für Vertretung gesorgt ist.
Jede/R kann sehen, wie das Gemüse wächst, wo es herkommt und welcher Mühe es bedarf, gesundes frisches Gemüse zu ernten.
Familie Mehring und ihr Pflanzteam pflanzt und sät auf Zweidrittel der Mietparzelle vorab für alle Mieter verschiedene Gemüsesorten an. Der Rest kann nach eigenem Belieben selbst bepflanzt werden. Die Pflege liegt dann in den eigenen Händen der Mieter, ohne Pflanzenschutzmittel und nur mit organischen Düngern.
Elisabeth Mehring, Hauswirtschaftsmeisterin, gibt den Mietern praktische Tipps zur Bewirtschaftung:
Dazu zählt neben dem Bewässern auch das Entfernen von Unkraut sowie das Auflockern des Bodens und das Absammeln von Schädlingen und die Bekämpfung von Krankheiten. Über einen Infodienst wird dann z.B. zum gemeinsamen Kartoffelkäfer absammeln gerufen. Vor Ort stehen Wasser und Gartengeräte bereit.
Elisabeth Mehring betreut Ihre Mieter persönlich und steht für Fragen auf allen Kanälen zur Verfügung. Ist die Ernte gelungen, hat sie interessante Rezepte und Tipps bereit, um das ein oder andere Gemüse neu kennenzulernen.
Durch die heimische Erzeugung vor der Haustür wird eine neue Wertschätzung und Bewusstsein für Nachhaltigkeit, Gemeinsinn und biologische Zusammenhänge in der Natur geschaffen.

6. Felix Wierling aus Senden-Ottmarsbocholt

Herr Wierling bewirtschaftet die Flächen seines landwirtschaftlichen Nebenerwerbs-betriebes nach Ansätzen der regenerativen Landwirtschaft. Dazu zählen unter anderen eine weite und vielfältige Fruchtfolge.
Auf seinen eigenen Flächen probiert er verschiedene Arbeitsmethoden aus und führt diverse Feldversuche durch, um das Bodenleben zu fördern und die Diversität auf dem Acker durch Einsaat von ungewöhnlichen Bei- und Untersaaten zu erhöhen.
Seine Ambitionen im Ackerbau zielen auf eine bodenschonende, konservierende Bewirtschaftung ab, indem er Begleitpflanzen zur Hauptkultur einsät, sowie die Bearbeitungsintensität reduziert. Dadurch kann er den Pflanzenschutzmittel-und Düngereinsatz teilweise reduzieren.
Die vielfältige Pflanzengesellschaft auf dem Acker hilft unter anderem auch bei der Abwehr von Schadinsekten. So wachsen z.B. auf seinen Rapsfeldern nun auch gleichzeitig Ackerbohnen, Alexandriner Klee, Saatwicken, Ramtillkraut, Seradella, Buchweizen und Weißklee.
Da viele Kulturen über Winter stehen bleiben, dienen sie zugleich der Nährstoff-konservierung wie auch der Bildung einer wertvollen Mulchschicht. Diese schützt vor Frost und Auswaschung. Darüber hinaus bieten die überwinternden Kulturen Winternahrung und Lebensraum für andere Lebewesen, vor allem einer Vielzahl von Insekten.

Mit viel Eigeninitiative und Herzblut dreht er kleine Videosequenzen über sein Tun und seine Experimente für Berufskollegen und Fachpublikum. Mit Hilfe der kleinen Filme erläutert Herr Wierling, worauf es beim Anbau und der Umsetzung der verschiedenen Verfahrensschritte ankommt und zeigt anschaulich wie Erfolge zu erzielen sind.
Die youtube-Videos sind im Internet auf dem Kanal der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung e.V. (GkB) zu finden.

Herzlichen Glückwunsch nochmals an alle Förderpreisträger und weiterhin gutes Gelingen für Ihre Projekte.   

Bilder hier Online ...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

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